Reisebericht „Familiäres Moselerlebnis“

Nach einer, bisher über vier Jahrzehnte andauernder, erfolgreichen Flusskreuzfahrtschiff-Karriere gilt die Bellriva zu Recht als eine der maritimen Ikonen der Rheinschifffahrt. Darüber hinaus ist die gepflegte 1AVista-Flusslady (mit dem bewährtem ALL INCLUSIVE-Verpflegungskonzept) auch auf Mosel, Main, sowie in den Niederlanden und Flandern anzutreffen.

Ende Mai 2015 steht eine sechstägige Moselkreuzfahrt, ab/bis Köln, auf dem Programm. Die Einschiffungsformalitäten sind in wenigen Augenblicken erledigt und freundliche Servicekräfte geleiten die Gäste zu den Kabinen. Auffällig ist der hohe Anteil von Repeatern an Bord. Mit großem „Hallo“ und einer riesen Portion Herzlichkeit begrüßen Hotel Manager Andreas und seine Mitarbeiter die Stammgäste. In so einer familiären Atmosphäre fühlen sich aber auch „Ersttäter“ umgehend heimisch. Das obligatorische „Koffer auspacken“, nach der Einschiffung, wird von zahlreichen Neuankömmlingen erst einmal vertagt und stattdessen an der Schiffsbar ein Antrittsbesuch vollzogen. Das fleißige internationale Serviceteam ist mit sichtlichem Elan und viel Freude bei der Sache. Die schmucke Bar mit dem großen Flachbildschirm und der attraktiven Ledermöblierung findet nicht nur unter den mitreisenden Fußball-Fans viele Anhänger. Nach den üblichen Erklärungen zum Bordleben und der Vorstellung der angebotenen Landausflüge steigert sich die Vorfreude auf den Willkommenscocktail und das anschließende Dinner. Beim Cocktailempfang lernen die Gäste neben „Hotti“ (Hotelmanager) Andreas, Kreuzfahrtleiter Tino und Kapitän Albert auch die anderen Schiffsoffiziere kennen. Qualität und Präsentation der Speisen liegen auf gutem Mittelklasseniveau und der Getränkeservice ist schnell und zuvorkommend.

Am nächsten Tag kommen Burgenfreunde auf ihre Kosten. MS Bellriva hat in Cochem festgemacht und die Gäste haben die Qual der Wahl zwischen einem Besuch der majestätisch über der Stadt thronenden Reichsburg oder einem Ausflug zur berühmten Burg Eltz. Dieses mittelalterliche Kleinod liegt malerisch im Tal der Eltz und hat früher die Rückseite des 500 DM Scheins geziert.

Nach dem erlebten Burgenzauber verlässt das Kreuzfahrtschiff Cochem. Kreuzfahrtleiter Timo hat nun Gelegenheit, seinen Gästen den schönsten Moselabschnitt über das Bordmikrophon vorzustellen. Die Fahrt geht vorbei an steilen Weinbergen, kleinen Weinorten, trutzigen Burgruinen und großartigen Felsformationen. Kein Wunder, dass eine Moselkreuzfahrt für Flussfans ein absolutes „Muss“ ist.

Am frühen nächsten Morgen hat das Schiff den Anleger in Trier-Schweich erreicht. Die nächsten Stunden gehören zwei faszinierenden europäischen Städten. Trier und Luxemburg verfügen über interessante bewegte Historie, sehenswerte Bauwerke und sind mehrmalige Besuche wert. Aufgrund der umsichtigen Fahrplangestaltung ist die Teilnahme an der Stadtbesichtigung in Trier (am Vormittag) und am Nachmittag ins Nachbarland Luxemburg stressfrei möglich. Dazwischen besteht noch ausreichend Zeit, sich am Lunchbuffet zu stärken.

Das heute über 100.000 Einwohner zählende Trier war römische Kaiserresidenz und später Mittelpunkt des Trierer Kurstaates. Dementsprechend zahlreich sind die Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Neben der weltberühmten „Porta Nigra“ gehört das architektonische reizvolle Ensemble der rekonstruierten römischen Konstantinbasilika und des kurfürstlichem Palais, im Rokoko Stil, zu den visuellen Highlights. Zum „Pflichtprogramm“ gehört zudem ein Besuch im Dom St. Peter. Hier befindet sich die Grabtumba des legendären Erzbischofes und Kurfürsten Balduin von Trier. Der Spross aus dem luxemburgischen Grafengeschlecht wurde zu einem der einflussreichsten Machtpolitiker des Hochmittelalters und hat zusammen mit dem Haus Luxemburg europäische Geschichte geschrieben. Neben dem Dom, und baulich mit diesem eine Einheit bildend, befindet sich die Dompfarrkirche Liebfrauen.

Der angebotene Nachmittagsausflug nach Luxemburg gehört zweifelsfrei zu den Höhepunkten der Reise. Die lokale Reiseleiterin versorgt Ihre Zuhörer bereits im Bus mit einer Vielzahl wichtiger Zahlen, Fakten und Anekdoten. Denn das zweitkleinste und reichste Mitglied der EU ist weitaus mehr als nur ein Steuerparadies mit günstigen Tankmöglichkeiten! Luxemburg Stadt ist die perfekte Verbindung aus Bankenmetropole, Europastadt, Landeshauptstadt und großherzoglicher Residenz. Nach einer längeren Fahrt über den Kirchberg mit allen seinen modernen Glaspalästen bietet ein Rundgang durch die recht beschauliche Altstadt einen ebenso eindrucksvollen wie nachhaltigen Kontrast. In bester Erinnerung bleiben das großherzogliche Palais, die Kathedrale unserer lieben Frau (Luxemburg ist Erzbistum) und der spektakuläre Ausblick von der Corniche (zu Recht „der schönste Balkon Europas“ genannt), auf das alte und neue Luxemburg.

Zurück auf dem Schiff hat sich die nette Servicecrew in einen wilden Piratenhaufen verwandelt. Anlass ist der Piratenschmaus im Restaurant. MS Bellriva verlässt erst am nächsten Morgen ihren Liegeplatz und nimmt Kurs auf Bernkastel-Kues. Eine größere Passagiergruppe entschließt sich zu einem geführten Stadtrundgang mit anschließender Weinprobe! Das Moselstädtchen besitzt einen sehr charmanten gepflegten Altstadtkern und hoch über der Stadt wachen die Ruinen der einst mächtigen Burg Landshut. Das herrliche Sommerwetter passt zur guten Stimmung an Bord, welche am Abend ihren Höhepunkt erreichen wird. Wie immer bleibt bei der Crewshow der Bellriva kein Auge trocken. Man muss es einfach live erleben! An diesem Abend sind auch ältere Semester noch sehr lange auf den Beinen!

Kurz vor dem Beginn des Frühstücksbuffets hat das Flusskreuzfahrtschiff in Koblenz festgemacht. Während ein Teil der Gästeschar Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein erkunden, entschließen sich Andere für einen individuellen Landgang. Die Zwei-Flüsse-Stadt am deutschen Eck lässt sich prima zu Fuß erlaufen. Neben einer Vielzahl kleiner Boutiquen, Galerien und Cafés gibt es auch einige Sehenswürdigkeiten von großer historischer Bedeutung. Dazu gehört u.a. die imposante Neue Residenz des letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Am Abend laden Kreuzfahrtleitung und Kapitän zum Abschiedscocktail in den Panorama Salon ein. Anschließend wird das Galadinner im Restaurant serviert.

Zurück in Köln fällt der Abschied von der freundlichen Bellriva-Crew schwer. Aber die meisten (Stamm-)Gäste werden das familiäre Kreuzfahrtambiente ohnehin erneut genießen.

Solingen, 08.06.2015
Marc Tragbar

 

 

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