Reisebericht „Einzigartiges Armenien“

Hubert Schulte-Schmelter
September 2015

Armenien war für mich ein unbeschriebenes Blatt. Schon beim Suchen eines Reiseführers musste ich feststellen, dass es nur wenig Auswahl gab. In deutscher Sprache wurde mir lediglich ein einziger Reiseführer angeboten.

Der Nachtflug führte mit Umsteigen in Wien direkt in die Hauptstadt Jerewan.

1. Tag:
Am späten Nachmittag Abflug nach Wien und Weiterflug nach Jerewan.

2. Tag:
Nach Mitternacht gelandet, ging es zügig durch die Kontrollen. Dann wurden wir von unserer sehr freundlichen Reiseleiterin begrüßt, die uns die gesamte Reise begleitete. Sie sprach akzentfrei Deutsch und war sehr bewandert in Kultur und Geschichte des Landes. Anusch hat uns ihr Land in allen Facetten näher gebracht.

Unser relativ neues 4-Sterne-Hotel Armaian Palace  hatte eine pompöse Eingangshalle und die großen Zimmer, die dem Standard entsprachen, waren für 5 Nächte gebucht. Sogar konnte man ZDF im Sat-TV empfangen (manchmal ohne Ton). Wir hatten Zeit zum Ausruhen und wurden um 11 Uhr für die Stadtrundfahrt abgeholt.

Anusch erklärte, dass unser Hotel außerhalb der Innenstadt liegt (Taxikosten ca. € 3-4). Allerdings konzentriert sich die Bevölkerung des Landes auf die Hauptstadt, die verschiedene Vororte und Stadtviertel hat und ziemlich zersiedelt ist. Auf der Rundfahrt haben wir neben den Sehenswürdigkeiten (Universität, Zentrumsplatz, Opernhaus, Museum und andere wichtigen Gebäude) auch die zahlreichen Plattenbauten aus der Sowjetzeit gesehen. Fast überall sah man – auch bei dem diesigen Wetter mit etwa 30 Grad – den über 5000 m hohen, schneebedeckten biblischen Berg Ararat. Hier soll die Arche Noa mit den Tieren gestrandet sein. Der Berg liegt allerdings heute in der Türkei.

3. Tag:
Heute am Sonntag besuchten wir Echemiadzin, den Sitz des Katolikus der Armenischen Kirche. Dieser bekleidet eine Position vergleichbar in der Katholischen Kirche mit dem Papst. Zahlreiche Pilger und Gläubige besuchten die Gottesdienste in den diversen Kirchen des Distriktes. In der Basilika besucht sonntags auch der Katolikus den Gottesdienst. In diesem Gebiet standen die ersten christlichen Kirchen der Welt, denn der damalige armenische König war der erste, der das Christentum als Staatsreligion annahm. Noch heute sind viele Kirchen und Klöster aus der frühchristlichen Zeit gut erhalten zu besichtigen. Zahlreiche stehen unter dem Schutze des UNESCO-Weltkulturerbes.

Neben den Gotteshäusern im Kirchenbezirk haben wir auch die Ruinen des Zvartnots-Tempels besichtigt, sowie die Kirche Hripsime, alles bauliche Meiserwerke. Wieder zurück in Jerewan haben wir das Genozid-Denkmal  besucht sowie einem Skulpturen-Park mit unterschiedlichen künstlerischen Gebilden.

4. Tag:
Wir fuhren in den Süden nach Goris, mit Übernachtungsgepäck für eine Nacht, unsere Zimmer im Armanian Palace durften wir großzügigerweise behalten. Die Fahrt ist lang, aber es lohnt sich unbedingt den Süden des Landes zu besuchen. Hier reist man über einen Gebirgspass (2500 m) in eine  andere menschenleere Welt mit besonders schönen Landschaften. Ganz in der Nähe des Berges Ararat besuchten wir zunächst das Kloster Khor Virap, eine wichtige Pilgerstätte und Postkartenmotiv zusammen mit dem schneebedeckten Berg. Einem Brauche folgend kaufte ich eine Taube und ließ diese auf der Zinne des Kloster Richtung Ararad in die Freiheit fliegen, die soll Frieden der Region und persönliches Glück bringen. Auch das einsam am Ende einer malerischen Schlucht gelegene Kloster Noravank ist ein Pilgermagnet.

Weiter im Süden liegt die prähistorische Kultstätte Karahunj, In allen ringförmig angeordneten Runensteinen befinden sich Löcher. Forscher gehen davon aus, dass es sich um eine frühe Sternwarte handelte.

Zur Übernachtung in einem guten Mittelklassehotel erreichten wir am Abend Goris, das tief in einem Talkessel gelegen ist.

5. Tag:
Dieser Tag hatte die längste Entfernung. Nach dem Frühstück ging es mit Allradfahrzeugen über eine schlechte Piste durch eine tiefe Schlucht und in Serpentinen steil bergauf zur Klosteranlage Tatev. Diese liegt völlig abgelegen auf einem Felsvorsprung über einer Schlucht. Eigentlich ist das Kloster nur per Seilbahn zu erreichen. Da diese jedoch erst ab 10 Uhr ihren Betrieb aufnimmt und wir einen langen Tag vor uns hatten, wurden wir über die schlechte Piste zum Kloster gebracht. Es war herrlich diese Einsamkeit und die Stille des Klosters zu genießen, bevor die ersten Pilger ankamen. Wir konnten die Priester und Mönche beobachten und hatten in der klaren Morgenluft diesen einzigartigen Ausblick auf die wilde Schlucht und die umliegenden Berge. Nach der Besichtigung des Klosters fuhren wir mit der ersten Seilbahn über die gigantische Schlucht zurück, wo unser „Stammbus“ für die Fortsetzung der Reise schon auf uns wartete. Weiter ging die Fahrt durch schöne Landschaften und über 2 Gebirgspässe zum Sevansee, der um einiges größer ist als der Bodensee. Unterwegs hatten wir an einem lauschigen Gebirgsbach in einem kleinen Restaurant ein fantastisches armenisches Mittagessen mit leckerem gerade im Erdofen gebackenen Fladenbrot, zahlreichen Vorspeisen, Salat und dem typischen Schaschlik mit Lamm-, Schweine- und Rindfleisch. Dazu köstliches Gemüse und am Spieß gebratene Kartoffeln. Natürlich gab es auch Nachtisch und den typischen orientalischen Mokka. Bevor wir den Sevansee erreichten, besuchten wir eine alte Karawanzerei der alten Seidenstraße. Unser erster Stopp am See war ein frühchristlicher Friedhof mit vielen typischen Kreuzsteinen und alten Reliefs, die auf jedem Grab das Leben des Toten darstellten. Dann erreichten wir die Sevan-Halbinsel, ein landschaftliches Kleinod. Auch hier gab es wieder frühchristliche Klöster und einen herrlichen Sonnenuntergang. Zu Abend gegessen wurde direkt auf einer Terrasse am See, danach sind wir in unser Hotel in der Hauptstadt Jerewan zurück gefahren. Dieser herrliche Tag gehörte zu den Höhepunkten der Reise.

6. Tag:
Unser heutiger Tagesausflug führte nach Norden, nahe der georgischen Grenze standen die 2 unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden Klöster Haghpat und Sanahin auf dem Programm. Auch hier ging die Fahrt durch schöne Landschaften. Wir sahen reizvolle Kurorte, aber auch alte Industrieanlagen aus der Sowjetzeit. Außerdem sind wir durch die Dörfer der Minderheit der Gesieden gefahren und konnten ihre Schaf-, Rinder- und Ziegenherden beobachten. Unterwegs besuchten wir eine Bäckerei, wo für die ganze Umgebung traditionelles Brot, Gebäck und Kuchen gebacken wurde.

7. Tag:
Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung des hellenistischen Tempels Garni Pagan. Herrlich zwischen 2 Schluchten gelegen wurde der Tempel restauriert. In den nahen Ausgrabungen sieht man auch Mosaike aus dieser Zeit. Und noch ein „Knaller“: Der Besuch des Höhlenklosters Geghard, welches zu den attraktivsten des Landes zählt und am Ende einer Schlucht liegt. Danach fuhren wir zurück nach Jerewan. Optional war die Besichtigung der Weinbrand-Produktion „Ararat“ mit Kostprobe. Am Nachmittag war Zeit für einen Stadtspaziergang oder zur Erholung im Hotelgarten am Pool.

8. Tag:
Gegen 02:30 Uhr in der Nacht wurden wir für den Rückflug abgeholt. Über Wien war die Landung schon um 08:30 Uhr in Düsseldorf.

Eine wunderschöne Reise mit großartiger frühchristlicher Geschichte, herrlichen Landschaften und gastfreundlichen Menschen. Armenien ist unbedingt eine Reise wert!!!

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