Nordspanien mit Jakobsweg – Ein Reisebericht

Auf dieser deutschsprachig geführten Rundreise von 1AVista entlang der Nordküste Spaniens am Golf von Biskaya zwischen San Sebastián im Osten und Santiago de Compostela im Westen gibt es viele Kulturschätze zu sehen. Besonders alte Kirchen, Klöster, und Paläste, aber auch die sehr abwechslungsreiche Landschaft zwischen dem Kantabrischen Gebirge und dem Meer sind beeindruckend. Jede Stadt auf dieser 8-tägigen Rundreise ist ein Highlight, besonders natürlich Santiago de Compostela, das den krönenden Abschluss bildet. Die Reise entlang der Küste ist auch eine Reise entlang des Camino del Norte, einer von mehreren Jakobswegen, die nach Santiago führen. Dieser nördliche gilt als besonders schön und weniger überlaufen als die bekanntere, südlicher verlaufende Route. Das Symbol der Muschel, das alle Jakobswege kennzeichnet, findet man hier an vielen Stellen.

Routenkarte der Reise "Nordspanien mit Jakobsweg".
Route der Reise „Nordspanien mit Jakobsweg“.

Los ging es aber zunächst in Bilbao, wo wir nach der ersten Übernachtung in einem 4-Sterne-Hotel das berühmte Guggenheim-Museum besichtigten. Der moderne Bau von Stararchitekt und Designer Frank O. Gehry wurde 1997 fertiggestellt und beherbergt moderne Kunst. Aber auch der Außenbereich ist sehenswert. Ein Abendessen mit den hier beheimateten Pintxos rundete den Tag ab. Die kleinen Speisen auf gastronomisch hohem Niveau sind typisch für das nordspanische Baskenland.

Guggenheim-Museum in Bilbao. Im Vordergrund sieht man die aus 73 Metallkugeln errichtete Skulptur "Tall Tree & The Eye" von Anish Kapoor.
Guggenheim-Museum in Bilbao. Im Vordergrund sieht man die aus 73 Metallkugeln errichtete Skulptur „Tall Tree & The Eye“ von Anish Kapoor.

Wir waren am ersten Tag mit einem sehr komfortablen Reisebus unterwegs. Da wir nur eine recht kleine Reisegruppe von 8 Personen waren, gab es mehr als ausreichend Platz. Die folgenden sechs Tage genossen wir einen Luxusbus mit Ledersitzen. Die deutschsprachige Reiseleiterin war sehr gut und sprach akzentfrei Deutsch. Sie empfing die Gäste schon am Flughafen. In Santander, Oviedo, La Coruña und Santiago hatten wir zusätzlich zur Reiseleitung gute deutschsprachige Stadtführer.

Mit Zwischenstopps fuhren wir entlang der Küste Nordspaniens noch ein Stück weiter östlich, nach San Sebastián im bergigen Baskenland. Im Rahmen der Stadtbesichtigung durften natürlich der Ausblick auf den berühmten Strand „La Concha“ nicht fehlen.

Blick auf den Strand "La Concha" in San Sebastián
Blick auf „La Concha“. Foto: shutterstock©S-F
Zamburiña (Bunte Kammmuschel) an einem Marktstand
Macht ihrem Namen alle Ehre: Die Zamburiña (Bunte Kammmuschel)

Im Norden Spaniens gibt es tolle Fisch- und Meeresfrüchte-Gerichte, die man auf solch einer Reise unbedingt probieren sollte (Pulpo, Miesmuscheln, Jakobsmuscheln, Entenmuscheln, Messermuscheln, Krabben, Cigalas, u.v.m.).

Historische Gebäude in der Kleinstadt Santillana del Mar
Historische Gebäude in der Kleinstadt Santillana del Mar

Über Bilbao ging es am nächsten Tag weiter in das beliebte Seebad Santander, dann – nach einem Zwischenstopp im mittelalterlichen Städtchen Santillana del Mar und an der Landzunge Cabo de Peñas, die in das Kantabrische Meer reicht – bis nach Oviedo. Diese Stadt war Residenz des ehemals unabhängigen Königreiches Asturien. Sie beherbergt noch einige präromanische Bauten sowie eine als Welterbe geschützte spätgotische Kathedrale.

Präromanische Palastkapelle San Miguel de Lillo in der Nähe von Oviedo/Asturien
Präromanische Palastkapelle San Miguel de Lillo in der Nähe von Oviedo/Asturien

Alle Hotels auf der Route waren sehr komfortabel. Die Zimmer waren sauber und entsprachen dem 4-Sterne-Standard. So ging es am nächsten Tag gut ausgeruht mit Zwischenstopp an der Playa de las Catedrales noch weiter nach Westen. Gar nicht mehr weit von Santiago de Compostela, unserem letzten Reiseziel, liegt La Coruña. Die spanische Großstadt hat eine lange Geschichte und ihr natürlicher Hafen wurde schon von Phöniziern, Kelten und später von den Römern genutzt. Hier verläuft der Camino Inglés, der alte Jakobsweg der englischen Pilger. Highlights der Stadt sind ein Spaziergang auf der längsten Uferpromenade Europas und ein Besuch auf dem Monte San Pedro. Von hier aus hat man den schönsten Ausblick auf die Stadt.

Mosaik-Octopus von Javier Padín Martínez in La Coruña/Galicien. Im Bildhintergrund der berühmte Leuchtturm.
Mosaik-Octopus von Javier Padín Martínez in La Coruña/Galicien. Im Bildhintergrund der berühmte Leuchtturm.

Die Innenstädte der spanischen Städte sind meist für den Autoverkehr gesperrt. Man muss viel laufen, wenn man alles sehen möchte. Die Besichtigungen inklusive Freizeit, die man sehr gut für eine individuelle Mittagspause in lokalen Restaurants und Cafés nutzen konnte, gingen täglich von 09.30 bis 16 oder sogar 17 Uhr. Danach erst ging die Fahrt zur Übernachtung in die jeweils nächste Stadt. Wegen der langen Fußwege in den Städten und bei den Besichtigungen ist diese Reise für Gehbehinderte leider nicht geeignet. Wer gut zu Fuß ist, bekommt hingegen eine Menge zu sehen und kann tolle Eindrücke sammeln.

Letzte Station der Reise war die „heilige Stadt“ Santiago de Compostela. Hier, in einer der schönsten Städte Spaniens mit 50 Kirchen und prächtigen Plätzen, begrüßte uns endlich auch die Sonne, die uns bislang im Stich gelassen hatte. Die Region der Nordküste ist eher regenreich und deutlich kühler als das Landesinnere. Auch im Sommer steigen hier die Temperaturen selten über 25 Grad und im Herbst kann es recht kühl werden. Regenjacke und wasserdichte Schuhe sind also angebracht, wenn man hier unterwegs ist.

In Santiago de Compostela, schon im Jahr 830 zum Wallfahrtsort ernannt, gehörte natürlich der Besuch der mächtigen Kathedrale zum Programm. Sie steht über einer Grabstätte, die man dem Apostel Jakobus zuschreibt. 2021 ist dort das nächste heilige Jahr. Daher wird zur Zeit viel restauriert und renoviert. Die Kathedrale ist derzeit im Innenraum teilweise eingerüstet.

Blick auf die berühmte Kathedrale in Santiago de Compostela
Blick auf die berühmte Kathedrale in Santiago de Compostela

Es blieb noch ausreichend Zeit, die sehenswerte Altstadt, von der UNESCO als Gesamtes geschützt, auf eigene Faust zu erkunden, bevor es nach einer letzten Hotelübernachtung von Santiago aus zurück in die Heimat ging.

Pilger vor der mächtigen Kathedrale von Santiago de Compostela
Pilger vor der mächtigen Kathedrale von Santiago de Compostela

Text und Fotos (wenn nicht anders angegeben): Hubert Schulte-Schmelter

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